• White Facebook Icon
  • White Twitter Icon
  • White Google+ Icon
  • White Instagram Icon

Meine analoge Geschichte

1971

Geboren 1954, begann ich 1964 mit der alten abgelegten 6x6-Kamera ZEISS NETTAR Baujahr 1952 meines Vaters auf Rollfilm zu fotografieren.

Zuerst benutze ich Negativ-SW-Film AGFA, wechselte bald auf llford FP4/HP4 und brachte die Filme in die Drogerie um die Ecke zum Entwickeln. Ab und zu, später öfter, verwendete ich AGFA-6x6-Negativ-Rollfilme, die ich dann beim neu gebauten Herie-Kaufhaus am Feilitzschplatz entwickeln ließ. 

Heute habe ich meine alte 6x6-Kamera wieder ausgepackt und fotografiere damit ausschließlich S/W. Belichtung wird mit meinem alten Lunasix aus den 70ern gemessen. Die alten & jetzt neuen 6x6-Fotos sind mit Epson-Scannern 5000 direkt vom Negativ gescannt. Ich schätze die Handbedienung aller Parameter, Belichtungszeit, Blende, die Schärfe und man muss vor der Aufnahme den Zentralverschluß aufziehen und später den Film im kleinen roten Guckfenster auf der Fotorückseite zur Zahl der nächsten Aufnahme händisch drehen, - back to the roots...

1971 kaufte ich mir eine Kleinbild-Exakta und eine VX1000 mit verschiedenen Festbrennweiten und verwendete Negativ-Filme und erstmals auch Farb-Diafilme, meistens CT18 (Vaters Rat: CT18 bei Sonne Blende 16 bei 1/60stel) oder den billigeren Perutz oder Fuji-Film, die mit dezentem Grünstich auffielen. Zeitweise konfektionierte ich mir auch Filme aus den Ilford-Meterrollen, die es damals gab. S/W wurde meistens selbst entwickelt, um ein oder zwei Blenden forciert und ein kleiner DURST-Vergrößerer und später ein gebrauchter Leitz-Vergrößerer taten lange bis in die 80er gute Dienste.

1975 ersetzten 2 Minolta X700 die alten Kameras bis 2001, als meine erste Digitalkamera den 35mm-Film verdrängte. Über die Jahre kam 2005 eine Canon 350D zur Anwendung und aktuell eine Canon 550D. Damit kann ich nun auch HD-Filme drehen, was mir als alten Filmer sehr entgegen kommt.

 

Die Mittelformat-Fotografie bringt einen zurück in die Welt der Motivwahl, - man kann nicht mehr einfach drauf los knipsen, ist sowieso genug Speicherplatz auf dem Chip, man fotografiert wieder. Man stellt wieder bewußt Blende und Belichtungszeit in Abhängigkeit zueinander ein, wählt Brennweiten und Filter und muß die Schärfentiefe berechnen

Es fängt schon mit dem Filmeinlegen an, - da gibt es keine Patronen, da muss man richtigrum reinlegen, in die Sule einführen, und vordrehen bis zur Startmarkierung, - deckungsgleich mit der Startmarkierung im Magazin. Das habe ich auch erst beim 3.Film richtig rausgefunden, - anyway.

S/W und die Farbe, - ein spannenderes Kapitel, als man denkt. Farbfilter geben dem S/W-Film große Gestaltungsmöglichkeiten. Rot, Grün, Orange, Blau und Gelbfilter und davon noch jede Farbe in verschiedenen Stärken beeinflussen das zu belichtende Negativ gewaltig. Man kann damit Kontraste anheben bis ins Unwirkliche. Ich experimentiere anfangs erstmal mit einem dezenten Gelbfilter, das Dunst etwas wegfiltert und Wolken am blauen Himmel sehr viel kontrastreicher erscheinen läßt. 

Im April 2015 kam noch eine wundervolle Fujica 960 II mit 90mm/3,5 Objektiv dazu. 6x9 ist ein Riesenformat und ich habe zur Zeit viel Spass damit. Besonders das fast geräuschlose Auslösen ist irritierend, - der zentralverschluss im Objektiv ist halt leiser wie ein zweiteiliger Schlitzverschluss, der vorbeikrawallisieren muss.

Meine Bilder sind auf FLICKR zu sehen