Blackmagic Pocket Cinema

Noch ein Unterschied zum Drehen mit einer DSLR-Kamera: das RAW-Format. hier kann man viele Dinge in der Post regeln. Die Datenmengen sind allerdings gross und die geforderten SD-Karten mit 95MB/Sec entsprechend teuer. In der Praxis hat sich nun einiges relativiert: ich drehe mit 4:2.2 HighRes und das hat in der Post noch dermassen viel Spielraum an Blenden & Farben, dass ich glaube, ich bleibe dabei.

Und dann der geniale Wechselobjektiv-Anschluss micro 4/3.  Es gibt so ziemlich alle Adapter für alle Objektivsorten/Bauarten. Ich habe eine handvoll davon angeschafft:

  • EOS Speed Booster

  • EOS mit Blende

  • Minolta MD

  • ARRI Standart

  • C-Mount

  • D-Mount (eine 3D-Druck über Shapeways!)

  • Nikon

  • Mamiya Sekor

  • 16U (Kiev)

  • B4 ENG Lenses

Aber für Objektive zur BMPCC gibt es eine Extra-Seite.

Warum eine Blackmagic Pocket Cinema Kamera? Wenn ich ehrlich bin, kommt sie meinen alten 16mm-ARRIs am nächsten: sie hat Belichtungszeiten über Winkelgrad-Einstellung, sie hat keine Automatiken, alles von Hand einzustellen. Das ist dann sehr vergleichbar mit einem 16mm Film, was man für einen Film einlegt, Tageslicht oder Kunstlicht & welche Empfindlichkeit. Vorteil & Fortschritt: ich kann es für jede Szene neu einstellen.

Ich bin nun kein Gelegenheitsfilmer, Handy hochhalten und schon ist das Kunstwerk fertig, berufsbedingt lege ich viel Wert auf gute Bilder und gute Nachbearbeitung. Da kommt mir diese Kamera, auch preislich & mit RAW-Format genial entgegen.

Die BMPCC & der gute Ton

 

 

 

Kenner der BMPCC werden spätestens hier aufschreien: BMPCC und guter Ton? Nein, den Tonteil kann man so wie er ist knicken, selbst als Arbeitston taugt das eingebaute Mikro-Paar nicht. Eine externe Mikrofonlösung scheitert bei mir an den Pegelverhältnissen. Ich kann viel konfigurieren im Tonmenü, aber der Pegel des externen rechten Kanals ist und bleibt mikrig, Unausgewogen bis unbrauchbar, - so ist das leider. Ich verstehe einfach nicht, warum der Tonteil nicht wenigstens so wie der einer mikrigen DSLR funktionieren kann, - schade & unverständlich.

Ich benutze für guten Ton den Tascam DD-40, das ist ein 4-Kanal-Arbeitstier mit unschlagbaren Features wie ext. Mikroanschlüssen, Phantomspeisung und so weiter. Aber durch solche Zusatzgeräte für den Ton verliert die BMPCC ihre Grundidee, als kleine handliche HighEnd-Filmkamera durchzugehen. Das technische Equipment bekommt eine zu hohe Bedeutung vor der bildgestaltenden Grundidee. Drehen ist und bleibt ein dauernder Kampf, das ideale Arbeitsgerät lässt noch auf sich warten.

Die BMPCC hat natürlich auch Nachteile. So ist der Monitor hinten mit Anzeigen gut gefüttert, Helligkeit, Tonpegel etc, aber sehr dunkel. Und so kommt es, dass man nochmal soviel wie den Kamerapreis dafür einsetzen kann, das Grundmodell filmreif zu machen. Nachteil 2 und der ist gravierend: die Akkulaufzeit mit einem 1000mA-Akku ist maximal 15 Minuten, - wenn man Glück hat.

Um mal richtig zu drehen braucht ma generell externe Power. Dazu sind bestens die Standart-Serien-Akkus für SONY geeignet, die Serien NP-F970, NP-F960, NP-F990, NP-F550, NP-F750 und wie sie heissen. Akkuschalen mit BMPCC-Power-Anschluss gibt es an jeder (chinesischen) Strassenecke. Das an der BMPCC genutzte Spezial-Steckerformate  2,36mm x 0,7mm ist recht speziell und ist nicht einfach zu bekommen.  Es passt ein ASUS eee Netbook Stecker zum Beispiel, - oder gleich das ganze Laderät davon als Netzteil nutzen! 12V DC steht drauf, aber bis runter zu 6,5 V nimmt die BMPCC alles von extern an. Allerdings hatte ich Probleme, wenn der interne Akku leer war, dann gab's auch mit dem externen Probleme. Also beide laden und die Kamera läuft lässig ihre 4 Stunden im Rec-Mode durch, da macht eher die SD Karte vorher Schluss.

Um wirklich zu sehen, was man filmt, brauche ich einen Monitor. Die Wahl fiel auf einen Lilliput-Monitor 5D-II Pro mit HDMI input. Aber man muss aufpassen, dass Monitore auch die 1080P25 Auflösung am HDMI Ausgang der BMPCC vertragen, mein alter Lilliput machte das schon mal nicht. Sehr praktisch bei den neuen Lilliput-Modellen ist der einfache Anschluss eines F970 Akkus über eine mitgelieferte Anschlussschale.

Der wirklich üppig ausgestattete Monitor zeigt die Betriebseinstellungen der Kamera nochmal an, nicht aber Histogramm oder Tonpegel wie an der Kamera selbst. Dafür kann man dann hochwertigere Monitormodelle erwerben.

Eigentlich ist die Kamera ja roh schon drehfertig. Wenn ich nun noch Monitor & externes Mikro & Sonnenblende & evtl. Akkuhalterung und Fernauslösung möchte, geht der Schritt, wie schon bei meiner filmreifen EOD 550D, zu einem 15mm Rig, hier einen kleinen Rig, um die Wendigkeit nicht zu verlieren, aber auch nicht auf komfortable Bedienung verzichten zu müssen. Es gibt sehr schöne Cages für die BMPCC Kamera, die die Kamera gut halten & schützen und justierbar sind.

Dazu bieten diese Cages auch noch Anschlüsse für Aufbauten wie Monitor oder/und Mikro usw. af der Kameraoberseite (Der Kamerabody selbst besitzt auch einen Stativanschluss an der Oberseite, der vom Cage als Arretierung genutzt wird)

Wichtig beim Cage ist, dass die Batterie-/SDHX-Chip-Klappe trotz Montage frei beweglich ist zum Akkuwechsel oder/und Chipwechsel.Im RAW-Format geht auf 64GB nur ungefähr 30 Minuten Film (95MB/sec SDHX).

Als alter Hardware-Hacker habe mich auch gleich informiert, ob es nicht so geniale Kombinationen wie meine WLAN-lose 550D mit TP-Link-Router und damut WLAN-App-Vorschau/Bedienung gibt: no way. Schade, aber ich denke, diese BMPCC ist auch "nur" der Anfang der Revolution.

Jetzt kommen noch Dinge, die ich am Modell gelernt habe: ich verwende gerne Winkelstecker, um Platz zu sparen. Das ist an der BMPCC nicht unproblematisch. Mein HDMI micro Winkelstecker 90° behindert den Mikroeingang & darüberliegenden Kopfhörerausgang. Nun verwende ich einen geraden Stecker HDMI.

Die genial anmutenden HDMI-Flachbandkabel sind für die GoPro am Gimbal bestens, hier aber nicht anwendbar, denn sie blockieren sowohl Mikroeingang als auch Power-Anschluss. Wird die BMPCC mal in Zukunft am DSLR Gimbal montiert. stören die dickeren HDMI-Kamel nicht, denn die Motoren sind da für 2KG Tragkraft ausgelegt, da biegt sich auch der Kabelsalat mit.