DCC Decoder in den Loks

Nicht jede Lok macht es einem so einfach wie diese: ein Stecker für einen Decoder ist vorhanden, - da geht es schnell und leicht.

Das Digitalisieren meiner Loks habe ich dezent vor mir hergeschoben. Mechanische und elektrische Eingriffe in meinen Fuhrpark versuche ich zu vermeiden. Ich war aber inzwischen in meiner Anlagenplanung soweit fortgeschritten, dass ich rollendes Material brauchte, um z.B. Kurvenradien auszuprobieren. Die Entscheidung, alles digital fahren und steuern zu wollen, war bereits gefallen. Ich verfügte damals über drei Loks, die mit Decoder geliefert wurden, für 56.- CAN$ bei Central Hobbies in Vancouver, - das sind ungefähr 40 Euro, - soviel kostet in Deutschland ein Decoder allen, - und in Canada ein Decoder mit Rädern.

Diese weitverbreitete Motorbauart ist mit Masseanschluss an den Motor: zuerst die Kontakte entfernen und die Kontaktflächen isolieren, sonst raucht der Decoder in null Komma nichts ab.

Inzwischen habe mich von diesen weissen Motor-Mount-Teilen verabschiedet, ein Riesengfummel, bis man sie weg hat und hinbekommen tut man sie auch nie wieder gescheit: Die Investition in eine handvoll neuer schraubbarer Motor-Mounts und wenigstens dieser Ärger ist mal vom Hals.

Der Zusammenbau ist dann insofern oft wichtig, denn die freien Drähte haben die unangenehme Angewohnheit, immer irgendwie an die Schwungmassen zu kommen, besonders, wenn man das Gehäuse wieder mühevoll zubekommen hat. Da muss ab und zu ein Tropfen Heisskleber den Kabelsalat fixieren.

Anyway,  - ich bin im Digitrax-System verankert. Meine 3 fabrik-digitalisierten Loks haben Atlas-Decoder. Digitrax bietet viele verschiedene Decoder an, - allerdings basieren sie auf 4 oder 5 Grundbauarten, die mit jeweils anderen Anschlüssen geliefert werden. Ich hatte mal pauschal eine erste 30er-Kiste mit „123“-er Decodern von Digitrax aus Canada mitgebracht in der Version mit offenen Drahtenden. Heute kann ich sagen, - dem Zeitpunkt der Entscheidung nachgesehen, - es war damals richtig, heute bin ich eifrig beim Wechsel der Decoder in BEMF-Decoder.

Nach gelungener Operation kommt der Decoder auf den Motor und gut isses.

Da werden auch alte & simple LIMA-Loks schwach: manchmal ist es nicht einfach, so alte Analogmodelle ins Digitale zu bringen. Generell muss man aber ehrlicherweise sagen: eine Lok, die analog schlecht fährt, wird digital nie besser fahren, im Gegenteil, Kontaktproblem wegen zu wenig stromabnehmender Achsen machen neue Problem ganz zu schweigen von smoothem Kriechgang.

Mein Lokpark ist der bunteste der Welt: nicht nur über so ziemlich alle gebräuchlichen und seltenen Hersteller und über 30 Jahre geht die Spannweite, vom Plasik bis edlem Messing. Bisher habe ich noch keine Lok gefunden, die nicht umrüstbar war. Mein Lokpark ist momentan knapp um die 400 Loks, - da kommt was zusammen, - wobei ich nicht vorhabe, alle zu digitalisieren, - manches wird dezent decoder-los in der Vitrine nur schön anzusehen sein. 

Erste Hürde ist bei manchen Fabrikaten das Entfernen der Gehäuseteile, um an die Elektrik zu kommen. Langsam mit der Zeit kommt man hinter die verschiedenen Arten der Mechanismen. Meist sind es verschrobene Schnappmechanismen, bei denen man immer Angst hat, etwas abzubrechen. Versteckte Schrauben und Geheimnisse, wie die Kupplungen alles zusammenhalten, - es gibt nichts, was es nicht gibt!

Die goldene Regel, wenn man eine unvorbereitete Lok digital umrüstet: erster Blick & Messung, ob der Motor von der Gehäusemasse elektrisch getrennt ist. Meistens blickt man in einen Kabelwust, den man erst entziffern muss. Ist man sich im Klaren,  welcher Draht wohin geht, sucht man den besten Platz für den Decoder. Platzprobleme gabs in meinem Lokpark nie, - oder nur einen: eine kleine Lok mit vorbereitetem Decoderstecker hatte nicht genug Platz für den „123“-er Decoder, - jetzt ist ein Mini-Decoder für Z-Spur drinnen, - von der Stromaufnahme reicht es. Man muss manchmal flexibel sein.

Das ist auch so eine hartnäckige Bauart: der Lok-Body besteht aus zwei Metallhälften, die isoliert sind und der Motor und Drehgestelle bedienen jeweils eine Seite. Genial für analog, der Worst Case für Digital: es muss alles mögliche demontiert werden und wieder isoliert zusammengesetzt werden, - aber auch diese Lok fährt jetzt digital!

Most used: der Digitrax Decoder in kleiner Ausführung mit BEMF passt unter jede Haube.

Der Aufwand lohnt sich, die alten 123er-Decoder zu ersetzen, die sich jetzt sammeln.

Update:

heute baue ich viele Loks wieder um auf BEMF-Decoder, die einzigen, die wirklich gut sind. Um aber allen noch kommenden Problemen aus dem Weg zu gehen, gibt es bei mir nur noch steckbare Decoder. Ich löte keinen Decoder mehr direkt an den Motor oder andere Kontakte.